Autor: Der Papa (Wolfgang Orth)
Bei uns habe ich die Eingewöhnungsphase, in eine Krabbelgruppe, gemacht. Mein Sohn war damals zwei und ich muß sagen, es ist garnicht so leicht. Weder für meinen Sohn noch für mich. Aber letztendlich haben wir es hin bekommen.
Nun zu dem Weg: Also als Information hatte ich, dass man die ersten Tage (etwa) eine Woche gemeinsam in die Gruppe geht und sich dann langsam distanziert. Wie gesagt so getan. Nach einiger Zeit bin ich also still und leise in die Küche, welche sich genau neben dem Spielzimmer der kleinen Ragger befindet. Dort beschäftigte ich mich mit lesen. Mein Sohn sah, das ich dort sitze und somit war die Welt für Ihn in Ordung. Machmal kam er und wollte das ich mit spiele, meist blieb ich aber standhaft und er zog zurück in die Gruppe von vier Kindern. Soweit sogut, nun war die Woche aber schon über drei Wochen abgelaufen. Also tat ich was ich tun musste. Ich verabschiedete mich gebühren und ging. Man bereitete mich darauf vor, dass Kinder in dieser Situation oft weinen und kurze Zeit später, wenn der Papi weg sei, wieder mit dem Spielen beginnen. Nicht so mein Sohn, er sagte mir schön tschüss und spielte weiter. Aber die Zeit war wohl zu lange, nach 45 min. weinte er nurnoch bis ich endlich kam. So ging es zwei Wochen lang. Was also konnten wir tun?
Dann kam die Idee: Eine Sanduhr aus dem, dort ansässigem, Kindergarten sollte ihm einen Anhaltspunkt geben. So fingen wir an. Den ersten Tag mit 10 Minuten, bis die Sanduhr abgelaufen war. Genauso lange saß er auch vor Ihr und jammerte vor sich hin. Natürlich mit tröstenden Wörten auf dem Schoß der Betreuerin. Der zweite Tag brachte schon Besserung. Zwar immer noch auf dem Schoß der Betreuerin, aber mit den Worten "Papa gleich kommt." Ein paar Tage später spielte er völlig frei und ohne die Sanduhr auch nur zu beachten, welche längst nicht mehr lief.
Was genau zeigt uns diese kleine Geschichte: Kinder brauchen Vertauen, sie müssen sehen, dass die Eltern gleich wieder da sind. Und sie brauchen einen Anhaltspunkt, wann sind die Eltern da. Beides haben wir durch diese Methode geschaffen. Die kurze, für das Kind absehbare, Zeit und die Sanduhr als Anhaltspunkt.